Rubus laciniatus Willd., nom. illeg. ‒ Schlitzblättrige Brombeere
1806, Hort. Berol. Icon. 2: t. 82 (▤)
Rubus laciniatus ist eine wahrscheinlich aus R. nemoralis hervorgegangene (Weber 1993), in Gärten und Parks gezogene Kulturpflanze, die zuerst im 17. Jahrhundert in England erwähnt worden ist. Die nemophile Art ist vielfach, auch in ortsfernen Lagen, verwildert und eingebürgert, bildet in der Regel keine größeren Gebüsche und wächst auf meist sauren, nährstoffarmen Böden in der kollinen (bis submontanen) Zone. Sie geht selten über 400 m ü. NN; die höchsten Fundpunkte liegen im Hochtaunus bei 780 m ü. NN am Kleinen Feldberg (nach Gro?heim 1995) und bei 640 m ü. NN (5716/422, Waldweg beim Sandplacken). In Hessen ist die Art über das ganze Land verteilt, reichlicher im Taunus und in der Untermainebene.
Der erste Nachweis für Hessen dürfte von Karl Knetsch stammen (1898), der 1895 eine Pflanze im Elsterbachtal im Reinhardswald fand und ermittelte, dass bereits 1887 eine Pflanze im benachbarten Rattbachtal gefunden wurde. Von 1910 findet sich in FR ein Beleg: M. Dürer, Frankfurter Anlagen, gen. „Nizza“, [5818/33], 4.7.1910.